gtd I | Selbstbestimmung und Twitter
Mar 25th, 2008 | By Bob | Category: KulturAlltaggtd - gettings things done
Zur Zeit habe ich das Gefühl mit Informationen, ToDos, Problemen und Fragen in meinem Kopf völlig überlastet zu sein und frage mich warum. Ich muss wohl mal im Sinne von simplify-your-life und getting-things-done
mein Leben und meinen Kopf aufräumen.
Den Anfang macht Twitter!
Total verstanden habe ich Twitter ja immer noch nicht, aber irgendwie fand ich es ganz lustig. Dann habe ich mir Twhirl und Twitterific installiert und plötzlich auch getwittert. Natürlich steht alles im Autostart, sodass bei Login die ersten Tweets reinlaufen.
Und dann lese ich Informationen, die ich eigentlich nicht brauche und die ich nicht wissen möchte:
wer wann einen Kaffee aufsetzt, wer gerade im Auto von A nach B fährt, ob jemand müde auf dem Sofa sitzt, wer gerade wach geworden ist oder ins Bett geht oder gerade eine DVD sieht. Trotzdem kann man (ich) nicht dagegen an. Mann weiss man braucht diese Information nicht, trotzdem ist da ein Drang das zu lesen.
All diese Informationen beschäftigen meinen Kopf jeweils vielleicht nur für ein paar Sekunden, aber in Summe lenkt es mich davon ab was ich wirklich tun möchte: Informationen und Nachrichten lesen, Musik hören oder machen, eine Mail beantworten oder einfach nur arbeiten.
Zu dieser Ablenkung fügt sich noch hinzu, dass sich einige Gehirnwindungen weiter im Unterbewußtsein mit diesen Informationen beschäftigen und somit die Zeit sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren verlängen. Hier kommt die alte Entwicklerweisheit wieder zu Tage, dass jede Ablenkung dem Entwickler im Schnitt 15 Minuten Zeit kosten, sich wieder an die gleiche Stelle seines Denkprozesses zu versetzen. Diese Zeit möchte ich lieber effektiv nutzen. Ich lese viele Tweets, aber so manches Buch staubt auf meinem Nachttisch.
Die Frage ist, welches Werkzeug das Richtige für welche Aufgabe ist. Ich käme nie auf die Idee mit einem Kreuzschlitzschraubenzieher eine Schlitzschraube in die Wand zu drehen. Das gleiche gilt für Twitter. Ich kann mir durchaus sehr nützliche und effektive Anwendungen von Twitter vorstellen, z.B. der Echtzeitbericht aus einer Veranstaltung an der ich nicht teilnehmen kann (wie die Twitterwall in einem BarCamp), die Echtzeit-Berichterstattung aus Krisengebieten oder ähnlichem. Vielleicht von einem Sportereignis? Momentan dominieren in den Tweets Banal-Nachrichten. Das ist ja auch (glaube ich) das Konzept von Twitter und macht den Reiz aus. Diese würde ich jedoch gerne über ein anderes Medium/Werkzeug vermittelt bekommen, z.B.
- die Information das XY gerade einen Film sieht interessiert mich nicht
- ein späterer Blogeintrag zum Film mit der individuellen Meinung interessiert mich sehr
- die Information das XY gerade im Auto sitzt und nach B fährt interessiert mich nicht
- ein Blogeintrag mit einer Information wie die Veranstaltung war, mit persönlicher Meinung interessiert mich sehr
- die Information das XY gerade wach geworden ist, müde ist, satt ist, schlafen geht, duschen muss interessiert mich nicht
- bei mir persönlich bekannten und Freunden interessiert mich das sehr, würde mich aber über einen Anruf oder Treffen mehr freuen
Von daher fliegen Twitter, Thwirl und Twitterific aus meinen Autostarts heute raus.
Das bedeutet nicht, dass ich nicht mehr Twittern möchte. Ich werde meinen Account behalten. Ich möchte nur selber bestimmen, wann solche Informationen meine Aufmerksamkeit benötigen und wann nicht. Ich kann mir durchaus vorstellen bei einem Kaffee mal Tweets zu lesen, möchte aber nicht unselbstbestimmt abgelenkt werden.
Die gewonnene Zeit investiere ich in Familie, Arbeit und Hobbys oder einfach einen aufgeräumteren Kopf.


Ich muss ja gestehen, dass ich mich schon immer fragte wozu man das nun wirklich braucht.
Ein gutes Gefühl nicht der einzige zu sein
[...] ich Twitter aus meinen Autostarts geschmissen habe, geht es schon besser. Ab und an starte ich Twitter mal zum Spaß, dann kann man es auch [...]